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Amalgam? Kein Amalgam?
Was sind die Alternativen?
Das Füllungsmaterial Amalgam besteht grundsätzlich aus zwei Metallen: Silber und Quecksilber (das Schwermetal, das sich auch im Thermometer befindet). Wenn Quecksilber in größeren Mengen in den Körper gelangt, wird eine Vergiftung ausgelöst. Aus diesem Grund gibt es seit einiger Zeit heftige Diskussionen rund um das Amalgam. Es gibt viele berühmte Fachleute, die behaupten, Amalgam sei völlig ungefährlich. Es gibt wiederum andere die die gegenteilige Meinung vertreten. Ich habe mich als Praktiker am Anfang der Diskussion in die Mitte gestellt und meine Patienten entsprechend ihrer Ansicht behandelt. Ich wollte abwarten, ob es sich um eine neue Erkenntnis oder einfach um einen Irrglauben handelt. Die endgültige wissenschaftliche Antwort läßt noch immer auf sich warten. Aber die Entwicklungen der letzten Jahre haben einige interessante Dinge mit sich gebracht.
Jede Zahnarztpraxis ist schon gesetzlich verpflichtet ein spezielles Amalgam-Abscheidegerät zu verwenden, denn der Amalgamabfall sei unheimlich umweltgiftig. Die Beschaffung dieser Geräte wurde damals auch von der Gebietskrankenkasse finanziell unterstützt. Wenn wir die Umwelt mit Quecksilber verschmutzen, gelangt dieses durch die Nahrungskette (Wasser, Pflanzen, Tiere, Fische etc.) in den menschlichen Körper. Das heißt praktisch, daß ich durch Entsorgung der alten Amalgamfüllungen durch den Abflußkanal direkt die Umwelt und dadurch die Leute vergifte. Dafür muß ich verständlicherweise Strafe zahlen. Gut und schön, schließlich bin ich ein Umweltsünder.
Aber durch das Legen neuer Amalgamfüllungen, natürlich mit frischem Quecksilber, direkt in die Mundhöhle der Menschen, mache ich mich nicht strafbar. Im Gegenteil, je nach Größe der Füllung werde ich laut Kassentarif honoriert. Können Sie das verstehen? Das Quecksilber geht nicht mehr durch die Nahrungskette sondern gelangt direkt ans Ziel. Das verstehe ich nicht mehr.
Die größten Befürworter des Amalgams waren immer die Sozialversicherungsträger, die Krankenkassen. Amalgam ist wirklich gut haltbar, einfach in der Herstellung, schnell in der Verarbeitung und nicht teuer. Das alles stimmt. Aus diesem Grund zahlen die Kassen zahnfarbene, ästhetische Qualitätsfüllungen nur im Frontbereich und bei Patienten mit nachgewiesener Allergie (Allergiepaß). Aber neuerlich können wir auch bei Schwangeren diese Art von Füllungen verrechnen. Man ist unsicher geworden, ob bei Ungeborenen diese Menge Quecksilber nicht doch schädlich ist. Bei den stillenden Müttern wiederum gibt es die alternative Füllung nicht mehr. Denn ein Nachweis ist hier schon schwieriger. Kleinkindern stopfen wir kein Amalgam mehr in die Milchzähne. Wir machen ihnen die Kunststoffüllungen gratis. Das hat meine Frau schon längere Zeit eingeführt, weil ihr die Kleinen leidtun.
Die Alternativen. Die einfachste Lösung das Amalgam zu ersetzen, ist die Kunststoffüllung. Hier wird der Zahn statt mit Amalgam mit Kunststoffmaterial gefüllt. Bei den heutigen Materialien haben wir keine die Haltbarkeit betreffenden Probleme. Sie sind kostenmäßig die günstigsten Alternativlösungen. Die Mehrkosten entstehen in kleinerem Ausmaß durch Materialkosten und in größerem Ausmaß durch den vermehrten Zeitaufwand bei der Füllungslegung. Die meisten Zahnärzte verlangen eine Aufzahlung für diese Füllung und verrechnen mittels Krankenschein eine normale Amalgamfüllung mit der Kasse. In letzter Zeit gibt es allerdings Richtlinien seitens einiger Kassen, daß die Kunststoffüllungen ohne Krankenschein als reine Privatleistung verrechnet werden sollen und die Kasse erst nachträglich die vorgeschriebenen Tarife direkt den Patienten rückvergütet. (nur 80%) So ist es viel umständlicher und kostet auch mehr. Es kostet mehr für die Patienten, weil die reine Privatleistung teurer ist als die Aufzahlung plus Kassentarif. Es kostet mehr auch für die Krankenkassen, weil zusätzlicher Verwaltungsaufwand entsteht. So erlebten manche Patienten eine böse Überraschung, als sie die Aufzahlungsrechnung von der Kasse rückvergütet bekommen wollten. Warum wird es so gehandhabt? Ich sehe darin nur einen Ausdruck der Mißbilligung der Kasse, daß der Zahnarzt für seine außervertragliche Arbeit Aufzahlung verlangt.
Die andere Gruppe von Alternativlösungen sind die Inlays. Ein Inlay ist eine Füllung, die nicht direkt vom Zahnarzt angefertigt wird, sondern vom Zahntechniker. Der Zahnarzt muß den Zahn so preparieren, daß die Parallelität der Wände gewährleistet ist und nimmt einen Abdruck. Anhand dieses Abdrucks fertigt der Techniker das Inlay an, das schließlich vom Zahnarzt adaptiert und zementiert wird. Diese Methode ist der Füllungsmethode weit überlegen, weil sie viel präziser ist. Der Randschluß dieser indirekten Füllungen ist perfekt, denn am Modell kann man den Zwischenraum der Zähne gut sehen und dort direkt arbeiten. Die Kaufläche dieser Füllungen ist nicht so einfach wie jene der gestopften. Am Modell wird sie richtig natürlich, funktionell ausgebildet. So kann man den Zahn mit einer wirklich sehr langen Haltbarkeit vollkommen restaurieren. Inlays werden aus verschiedenen Materialien angefertigt. Die altbekannten sind die gegossenen Goldfüllungen. Später sind die Porzellaninlays gekommen.. Die Inlays sind nicht billig, aber wenn man die hervorragenden Eigenschaften und die um ein vielfaches längere Haltbarkeit verglichen mit den direkten Füllungen in Betracht zieht, sind sie sicherlich eine richtige Investition, um die Zähne in ihrer natürlichen Form (noch ohne Kronen) zu erhalten.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Liebe Grüße
Dr.Fülöp und das Praxisteam

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